Immobilienmakler Mönchengladbach: Was kostet das?

Wer eine Wohnung oder ein Haus in Mönchengladbach verkauft, kommt an einer Frage kaum vorbei: Was kostet ein Immobilienmakler, und wer zahlt das eigentlich? Seit der Gesetzesänderung 2020 hat sich die Antwort für viele Verkäufer verändert. Trotzdem gibt es im Markt nach wie vor Spielraum, den Verkäufer kennen sollten, bevor sie einen Maklervertrag unterschreiben.

Die Maklerprovision: Was gilt seit 2026?

Seit dem 23. Dezember 2020 regelt das Bürgerliche Gesetzbuch in den Paragraphen 656c und 656d, wie die Maklerprovision beim Verkauf von Wohnimmobilien aufgeteilt werden darf. Die Kernregel: Wenn der Makler sowohl für Käufer als auch für Verkäufer tätig wird, muss er die Provision hälftig teilen. Kein Teil zahlt mehr als der andere. Diese Regelung gilt für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften, Reihenhäuser und Eigentumswohnungen.

In der Praxis bedeutet das für Mönchengladbach: Die ortsübliche Gesamtprovision liegt bei 6 Prozent des Kaufpreises zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer, also 7,14 Prozent brutto. Davon trägt der Verkäufer in der Regel die Hälfte, also 3,57 Prozent. Bei einem Verkaufspreis von 350.000 Euro wären das rund 12.495 Euro Maklergebühr für den Verkäufer.

Wann zahlt der Verkäufer mehr oder weniger?

Die hälftige Teilung ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, sobald ein Makler doppelseitig tätig ist. Es gibt aber Konstellationen, in denen das Ergebnis anders aussieht. Beauftragt der Verkäufer einen Makler, der ausschließlich für ihn arbeitet, und der Käufer zahlt keine Provision, trägt der Verkäufer die gesamte Courtage. Das kommt vor, wird aber seltener, weil es für viele Käufer als Kaufanreiz kommuniziert wird.

Daneben gibt es Fälle, in denen Makler in Mönchengladbach mit reduzierten Sätzen arbeiten, besonders bei gut laufenden Objekten oder Bestandskunden. Provisionen von 5,95 Prozent brutto gesamt sind möglich, grundsätzlich gilt jedoch: Unter diese Marke geht kaum jemand, weil der Aufwand für Bewertung, Exposé, Besichtigungen und Vertragsbegleitung real anfällt.

Was ist in der Provision enthalten?

Serióse Makler in Mönchengladbach erbringen für ihre Courtage eine definierbare Leistung. Dazu gehören in der Regel:

  • Marktgerechte Wertermittlung der Immobilie
  • Professionelle Fotos und Erstellung des Exposés
  • Schaltung von Inseraten auf den gängigen Plattformen
  • Durchführung und Organisation von Besichtigungen
  • Bonitätsprüfung potenzieller Käufer
  • Verhandlungsführung und Kaufpreisoptimierung
  • Begleitung bis zum notariellen Abschluss

Manche Büros stellen Home-Staging oder eine virtuelle 360-Grad-Tour zusätzlich in Rechnung, andere rechnen das in die Grundleistung ein. Wer mehrere Angebote einholt, sollte genau nachfragen, was im Leistungsumfang steckt und was separat kostet.

Regionale Besonderheiten in Mönchengladbach

Mönchengladbach ist kein homogener Markt. In Stadtteilen wie Rheydt oder Odenkirchen liegen Angebotspreise für Einfamilienhäuser oft zwischen 250.000 und 400.000 Euro. In bevorzugten Lagen rund um den Stadtgarten oder in Teilen von Wickrath werden auch 500.000 Euro und mehr aufgerufen. Die absolute Provisionssumme steigt damit deutlich, weil sie prozentual berechnet wird.

Das beeinflusst die Verhandlungsposition der Verkäufer. Bei einem Objekt mit einem Verkaufspreis von 500.000 Euro reden wir über eine Verkäufer-Provision von rund 17.850 Euro. In diesem Segment sind Makler eher bereit, über den Prozentsatz zu sprechen als bei einem 200.000-Euro-Objekt, bei dem die Marge ohnehin knapper ist. Wer in dieser Lage einen Immobilienmakler in der Nähe sucht, sollte explizit nach Referenzobjekten im jeweiligen Preissegment fragen.

Nebenkosten, die Verkäufer unterschätzen

Die Maklerprovision ist der größte Posten, aber nicht der einzige. Verkäufer sollten folgende Kosten einplanen:

  • Energieausweis: Pflicht bei Verkauf, kostet je nach Art zwischen 80 und 500 Euro
  • Notarkosten: Trägt in Deutschland traditionell der Käufer, aber nicht ausnahmslos
  • Spekulationssteuer: Fällt an, wenn die Immobilie weniger als zehn Jahre im Besitz war und nicht selbst genutzt wurde
  • Grundbuchkosten für Löschungen: Etwa bei bestehenden Grundschulden, die vor dem Verkauf gelöscht werden müssen

Besonders die Spekulationssteuer überrascht viele Verkäufer. Sie wird auf den Gewinn fällig und kann, je nach individuellem Steuersatz, einen fünfstelligen Betrag ausmachen. Das Bundesministerium der Finanzen sowie die Einkommensteuergesetze geben hier klare Fristen vor, die man kennen sollte, bevor man den Verkauf zeitlich plant.

Lohnt sich ein Makler in Mönchengladbach überhaupt?

Privatverkäufe ohne Makler sind möglich, aber selten kostenneutral. Wer keine Erfahrung in der Immobilienbewertung hat, riskiert, zu günstig anzubieten oder Käufer durch einen überhöhten Einstiegspreis abzuschrecken. Der Wikipedia-Artikel zum Berufsbild Immobilienmakler gibt einen guten Überblick darüber, welche Tätigkeiten rechtlich zur Maklertätigkeit gehören und welche Qualifikationen erwartet werden können.

In einem Markt wie Mönchengladbach, der in den letzten Jahren spürbare Preisschwankungen erlebt hat, kann ein erfahrener Makler den Verkaufspreis realistisch einschätzen und durchsetzen. Studien zeigen, dass Maklerverkäufe häufig höhere Nettoerlöse erzielen, auch nach Abzug der Courtage. Das hängt stark vom Einzelobjekt, der Lage und der Qualität des Maklers ab.

Wer auf Nummer sicher gehen will, holt mindestens zwei Angebote ein, vergleicht Leistungsumfang und Provision und lässt sich die Markteinschätzung schriftlich geben. Der Immobilienverband Deutschland IVD als anerkannter Fachverband bietet außerdem Orientierung bei der Suche nach geprüften Maklern und listet berufsrechtliche Standards, an denen seriöse Anbieter gemessen werden können.

Fazit: Mit klarem Kopf in die Verhandlung

Ein Immobilienmakler in Mönchengladbach kostet Verkäufer in der Regel zwischen 3,0 und 3,57 Prozent des Kaufpreises brutto, je nach Vereinbarung und Objektgröße. Bei einem Verkaufspreis von 350.000 Euro entspricht das rund 10.500 bis 12.500 Euro. Wer die gesetzlichen Regelungen zur Provisionsteilung kennt und Leistungsumfang sowie Referenzen vor Vertragsabschluss prüft, ist gut aufgestellt. Der günstigste Makler ist nicht automatisch der beste, und der teuerste auch nicht automatisch der erfolgreichste.

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