Was kostet ein Businessplan? Berater vs. Software

Wer ein Unternehmen gründet oder einen Kredit bei der Bank beantragt, kommt am Businessplan nicht vorbei. Doch schon die Frage, wie man ihn erstellt, spaltet Gründer in zwei Lager: die einen beauftragen einen Berater, die anderen greifen zu einer Vorlage oder Software. Was diese Optionen tatsächlich kosten und wo die versteckten Unterschiede liegen, zeigt dieser Vergleich.

Was steckt im Businessplan und warum beeinflusst das den Preis?

Ein vollständiger Businessplan umfasst in der Regel eine Unternehmensbeschreibung, eine Markt- und Wettbewerbsanalyse, das Marketingkonzept, den Finanzplan mit Liquiditätsvorschau sowie eine Zusammenfassung für Investoren oder die Bank. Je nach Zweck und Komplexität schwankt der Umfang zwischen 15 und 60 Seiten. Wer ein Einzelunternehmen im Dienstleistungsbereich gründet, braucht etwas anderes als jemand, der ein technologiegetriebenes Startup mit Investorensuche aufbaut. Dieser Unterschied schlägt sich direkt im Preis nieder.

Businessplan durch einen Berater erstellen lassen

Unternehmensberater, Steuerberater und spezialisierte Gründungsberater berechnen für einen fertigen Businessplan je nach Umfang und Erfahrung zwischen 1.500 und 8.000 Euro. Für komplexe Projekte mit detaillierter Marktforschung, mehreren Szenarien im Finanzplan und Pitch-Deck sind auch 10.000 Euro oder mehr keine Seltenheit.

Viele Berater arbeiten nach Tagessatz. Übliche Sätze liegen zwischen 800 und 1.500 Euro pro Tag. Ein einfacher Businessplan für einen Einzelhandel oder ein Handwerksunternehmen lässt sich in zwei bis drei Beratertagen abbilden, komplexere Vorhaben erfordern fünf bis acht Tage. Hinzu kommen häufig Kosten für externe Marktdaten oder Branchenreports, die der Berater einrechnet.

Wichtig: Wer über die KfW oder eine Landesförderbank einen Gründungszuschuss beantragt, kann Beratungskosten unter Umständen über das BAFA-Förderprogramm oder regionale Programme bezuschussen lassen. Bis zu 80 Prozent der Beratungskosten lassen sich so erstatten, abhängig vom Bundesland und Programm.

Wann lohnt sich der Berater?

  • Wenn die Bank oder ein Investor den Plan sieht und hohe Anforderungen stellt
  • Wenn das Geschäftsmodell komplex oder erklärungsbedürftig ist
  • Wenn der Gründer selbst wenig Erfahrung mit Finanzplanung hat
  • Wenn Fördermittel oder Beteiligungskapital beantragt werden sollen

Businessplan-Vorlagen: günstig, aber mit Tücken

Fertige Vorlagen gibt es von der IHK, der Bundesagentur für Arbeit und diversen privaten Anbietern. Kostenlose Varianten decken die formalen Anforderungen oft ausreichend ab. Kostenpflichtige Vorlagen aus dem Netz kosten zwischen 15 und 150 Euro, manche kommen als Word-Paket, andere als PDF mit Ausfüllhilfe.

Das Problem liegt nicht im Preis, sondern im Aufwand. Wer eine Vorlage nutzt, muss alle Inhalte selbst recherchieren und einpflegen. Wettbewerbsanalyse, Umsatzprognose, Risikobetrachtung: Das sind keine Textbausteine, die man einfach ausfüllt. Gründer ohne betriebswirtschaftlichen Hintergrund unterschätzen diesen Aufwand regelmäßig. Aus einer 50-Euro-Vorlage werden dann schnell 40 Stunden Eigenarbeit.

Wer sich einen realistischen Überblick verschaffen möchte, was ein Businessplan kostet, findet bei bankreif.de eine strukturierte Übersicht der verschiedenen Kostenfaktoren je nach Weg und Komplexität.

Businessplan-Software im Vergleich

Software-Lösungen wie Rechner-Tools von Sparkasse oder Volksbank, aber auch spezialisierte Anbieter wie Gründerplattform (KfW), BauPlan oder ähnliche Tools positionieren sich zwischen Vorlage und Berater. Die Kosten liegen in der Regel bei 0 bis 50 Euro für Einzelnutzer oder 20 bis 100 Euro pro Monat für umfangreichere Abo-Modelle.

Die Stärke solcher Programme liegt in der geführten Eingabe. Der Nutzer beantwortet Fragen, trägt Zahlen ein, und das Tool generiert daraus einen strukturierten Plan inklusive Diagrammen und Finanzübersicht. Fehler in der Tabellenkalkulation, wie sie bei manuell gebauten Excel-Plänen häufig vorkommen, sind seltener.

Typische Kostenpositionen bei Software-Lösungen

Anbietertyp Einmalkosten Monatliche Kosten
Kostenlose Tools (z. B. KfW Gründerplattform) 0 Euro 0 Euro
Einfache Vorlagen-Software 15 bis 80 Euro entfällt
Professionelle Abo-Software 0 Euro 20 bis 100 Euro
Gründungsberater (einfach) 1.500 bis 4.000 Euro entfällt
Gründungsberater (komplex) 5.000 bis 10.000 Euro entfällt

Welche Option passt zu welchem Vorhaben?

Für einen einfachen Nebenerwerb oder ein kleines Einzelunternehmen ohne Fremdkapitalbedarf reicht eine kostenlose Vorlage kombiniert mit etwas Eigenarbeit in der Regel aus. Die IHK-Vorlagen sind solide und für Bankgespräche bei regionalen Sparkassen oft vollkommen ausreichend.

Wer einen Gründungszuschuss vom Arbeitsamt beantragt, braucht einen fachkundigen Dritten, der den Plan bestätigt. Das ist zwingend vorgeschrieben. Dieser Schritt kostet meist zwischen 150 und 400 Euro, selbst wenn der Plan selbst erstellt wurde.

Für Vorhaben mit Bankfinanzierung ab 50.000 Euro oder mit Investoren empfiehlt sich ein erfahrener Berater, der nicht nur den Text schreibt, sondern auch die Plausibilität der Zahlen prüft. Ein Plan, der bei der Hausbank durchfällt, weil der Kapitaldienst nicht gedeckt ist oder Marktannahmen unrealistisch wirken, kostet am Ende mehr als die gesparte Beratungsgebühr.

Fazit: Kosten allein sind kein gutes Entscheidungskriterium

Die günstigste Option ist nicht automatisch die schlechteste. Wer Zeit, Zahlenverständnis und die Bereitschaft zur Recherche mitbringt, kann mit einer guten Vorlage oder einer strukturierten Software einen überzeugenden Businessplan erstellen. Wer dagegen unter Zeitdruck steht, komplexe Finanzierungsstrukturen plant oder wenig Erfahrung mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen hat, investiert mit einem professionellen Berater deutlich besser.

Entscheidend ist nicht, wie viel der Plan kostet, sondern ob er seinen Zweck erfüllt: Kapital sichern, Fördermittel freischalten oder das eigene Vorhaben strukturiert durchdenken. Diese Frage sollte vor der Wahl des Weges stehen, nicht umgekehrt.

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